FAQ

Was benötige ich alles zu Beginn?


Hast du dich für das wicklen mit Wollüberhosen entschieden, benötigst du nur Wollüberhosen und Saugmaterial und zum reinigenund fetten Wollfett und Waschmittel. Für Neugeborene bzw. kleinere/schmalere Babys bieten wir die newborn-Größe an, die middle-Größe passt ab etwa 6 Kilo. Für kräftige Babys haben wir die maxi-Größe. Das Saugmaterial nimmt Urin und Stuhl auf – die Überhose verhindert, dass Nässe und Stuhl nach außen gelangen. Für die Neugeborenenzeit sind 6 bis 8 Wollüberhosen eine gute Anzahl, es hängt aber auch davon ab, welches Saugmaterial in die Windel gelegt wird. Wenn 2-3 Windeln gewaschen, gefettet und getrocknet werden, können so die übrigen im Wechsel getragen werden. Dazu werden etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Saugeinlagen wie Mullwindeln, Einlagen oder Booster benötigt.




Wie wasche ich die Wollwindeln richtig?


Grundsätzlich sollten die Wollüberhosen nur gewaschen werden, wenn sie unangenehm riechen oder Stuhlflecken bekommen haben. Ansonsten reicht es vollkommen aus, wenn die Wollüberhosen an der frischen Luft getrocknet und ausgelüftet werden. Da Wolle eine selbstreinigend ist, bietet sie keinen Nährboden für Bakterien oder Pilze. Wenn die Wollüberhosen gewaschen werden müssen, empfehlen wir das sanfte reinigen per Handwäsche ohne schnelles rubbeln oder auswringen. Dafür kann entweder eine Wollfettseife oder ein Wollwaschmittel verwendet werden. Je nach Verschmutzungsgrad kann die Windel auch für 1 Stunde in der Lauge eingeweicht werden. Anschließend das Wasser sanft aus der WIndel drücken und auf den Wäscheständer mit einem Handtuch als Untergrund zum trocknen legen. Vermeide auf jeden Fall das trocknen auf der Heizung, in der Sonne und im Trockner. All das greift die Wolle zu sehr an und würde die Saugkräft enorm beeinträchtigen. Nach dem Waschen sollten die Wollüberhosen idealerweise neu gefettet werden was direkt im feuchten Zustand gemacht werden kann, denn dann nimmt ide Wolle das Wollfett besser auf. Wie das fetten funktioniert, kannst du in der nächsten Frage nachlesen.




Wie fette ich die Wollwindel?


Bitte beachte, dass neue Wollüberhosen getrennt voneinander gefettet werden sollten. Wenn du nach dem Fetten feststellst, dass sie die Flüssigkeit nicht verfärben, kannst du sie beim nächsten Mal zusammen fetten. Idealerweise fettest du neue Wollüberhosen zweimal hintereinander mit einer Trocknungsphase dazwischen, damit die Windel deutlich dichter wird. Wie wird nun aber gefettet: Man nimmt pro Wollüberhose etwa einen halben Teelöffel reines Wollfett und schmilzt dieses in einer Tasse mit sehr heißem Wasser. Die Temperatur sollte knapp unter dem Siedepunkt liegen. Dann fügt man nach und nach unter Rühren etwas Wollwaschmittel oder Spülmittel als Emulgator hinzu, solange, bis die Lösung milchig-weiß ist und sich keine Fettaugen mehr absetzen. Jetzt wird die Lösung mit 1 Liter warmem Wasser pro Windel verdünnt und in eine ausreichend große Schüssel gefüllt. Wichtig dabei ist: das fertige Fettbad sollte nur noch handwarm sein, und nicht zu heiß. Die Emulsion würde sonst zu einem schnelleren Verdichten der Wollfasern führen. Jetzt die gewaschenen, noch nassen Windeln auf links mit Klett verschlossen hineingegeben und für mindestens vier Stunden in der Emulsion liegen gelassen. Anschließend die Windeln sanft ausdrücken, in ein Handtuch rollen um überschüssige Flüssigkeit zu reduzieren und liegend trocknen lassen.




Die Wollwindel ist nicht dicht, woran liegt es?


Wenn eine Windel ausläuft, hat das meistens einen ganz einfachen Grund, den man beheben kann: 1: Die Saugkraft der Windel ist ausgereizt, d.h. sie kann nicht noch mehr Nässe aufnehmen. Hier helfen zusätzliche Einlage oder häufigeres Wickeln. 2: Der Druck auf die Windel durch zu enge Kleidung oder im Tragetuch ist zu groß. Das kann ein zu enger Body sein, der auf die Windel drückt oder der Druck durchs Sitzen im Tuch, Kindersitz, etc. Hier hilft es, die Kleidung lieber eine Nummer grösser zu wählen oder z.B. eine Bodyverlängerung zu benutzen und bei ausgedehnten Tragetuch-Spaziergängen, auf Autofahrten, etc. von vornherein eine saugstärkere Windel anzuziehen. 3: Die Passform ist nicht optimal, d.h. die Windel schliesst irgendwo nicht richtig ab, zum Beispiel an den Beinen oder am Bauch. Hier sollte überprüft werden, ob die Beingummis eng genug anliegen oder am Bauch etwas enger geklettet werden kann. 4: Eine falsche Reihenfolge der Einlagen, zum Beispiel eine Hanf-Zusatzeinlage direkt auf Babys Haut anstelle von Baumwolle oder Mikrofaser. Hanf saugt viel, aber langsam, Baumwolle und Mikrofaser saugen schnell. Deswegen Hanf immer zuunterst platzieren. Ganz oben Baumwolle. Ein anderer Grund ist zu glattes Vlies bei Muttermilchstuhl. Das Vlies kann durch Frotteeeinlagen ausgetauscht werden, denn das hält den Muttermilchstuhl am besten auf. 5: Verklebte Windeln, die nicht mehr genug saugen, können ebenfalls auslaufen. Das kann man verhindern, in dem man auf Weichspüler verzichtet, bei Creme-Einsatz ein Wegwerf-Vlies benutzt und darauf achtet, dass das Waschmittel immer gut ausgespült wird.




Meine Wollüberhose fühlt sich nach dem Fetten klebrig an, wieso?


Dies ist ein Zeichen dafür, dass etwas zu großzügig gefettet wurde. Normalerweise ist das nicht problematisch. Nach dem ersten oder zweiten Wickeln ist das überschüssige Fett abgetragen und pflegt dann eben Babys Haut. Ist die Windel allerdings steif durch überschüssiges Fett, sollte sie einmal entfettet werden, beispielsweise mit unserer Fleckenseife oder anderer Kernseife und anschließend mit einer schwächeren Emulsion neu gefettet werden.